Auch Sachbücher finden hin und wieder den Weg auf diese Seite. Und Breath ist eines, das ich immer mal wieder zur Hand nehme – sowohl in gedruckter Form, als auch als Hörbuch ist es großartig.
James Nestor schreibt so unterhaltsam, als handele es sich um einen Roman. Immer wieder schmückt er seinen Text mit Geschichten aus. Manchmal ist mir das sogar zu blumig und zu sehr mit Details ausgeschmückt – Nestor erzählt eben mit allen Sinnen. Aber die interessanten Fakten übers Atmen kommen nicht zu kurz.
„Atmen heißt Leben – James Nestor bringt uns mit seinem Buch die verlorene Kunst des guten Atmens wieder näher.“ So steht es auf der Piper Verlagsseite. Und das stimmt: James Nestor beschreibt die Kunst des Atmens und trägt sehr viele verschiedene Wissensbausteine rund ums Atmen zusammen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Wir haben das Atmen verlernt. Denn wir atmen nicht nur zu oft durch den Mund, sondern auch zu flach und die Atemfrequenz ist zu hoch, wir atmen also zu oft ein. Also, die wichtigste Erkenntnis besteht darin: Die Mundatmung ist ganz und gar nicht zu empfehlen. Stattdessen sollten wir konsequent die Nasenatmung praktizieren und durch bestimmte Atemübungen die Frequenz des Atmens herabsetzen.
Um zu diesen Erkenntnissen zu kommen, hat sich James Nestor selbst einigen Experimenten ausgesetzt. Er nahm z. B. an einer Studie teil, bei dem ihm für eine gewisse Zeit die Nase verschlossen wurde. Gezwungen ausschließlich durch den Mund zu atmen, haben sich nach kurzer Zeit Einschränkungen eingestellt. Die Lebensqualität ist durch ausschließliche Mundatmung deutlich beeinträchtigt. Was mich überrascht hat: Auch depressive Verstimmungen sind die Folge. Das bedeutet: ruhig mal besser auf das Atmen achten und analysieren, wie ich eigentlich atme und was ich verändern kann, um das Wohlbefinden zu steigern.
Tipps und Übungen
James Nestor empfiehlt, Streifen über den Mund zu kleben, um nachts nicht in Mundatmung zu verfallen. Das hilft gegen Schnarchen. Schnarchen ist nicht nur für alle anderen, die den Geräuschen ausgesetzt sind, furchtbar, Schnarchen ist natürlich in erster Linie ungesund. Dagegen sollte man angehen.
Ich weiß nicht, ob ich schnarche – mein Ehemann behauptet das von mir, zumindest manchmal, ich werde das mit dem Streifen bei nächster Gelegenheit ausprobieren.
Eine sehr schlichte und einfache Übung habe ich sofort ausprobiert und praktiziere sie seither im Alltag: Ein Nasenloch zuhalten, durch das andere einatmen, und dabei bis fünf Zählen, durch das andere Nasenloch ausatmen, bis fünf Zählen. Das ganze mehrmals hintereinander wiederholen. Ich kann es nicht erklären, aber das fühlt sich gut an. Es hilft mir, mich zu konzentrieren und gleichzeitig „runterzufahren“.
Breath hat mich außerdem auf einen Buchklassiker verwiesen. Ich kannte den Namen, aber der Inhalt war mir bisher fremd: Die fünf Tibeter. Dabei handelt es sich um fünf (!) Körper-Übungen in einem bestimmten Atem- und Bewegungsfluss, die sich positiv auf Körper und Geist auswirken. Das Buch habe ich mir schon besorgt … (ich verlinke es unten!).
Also, wer Lust hat, etwas für sich zu tun: Wie wäre es denn mal mit ein paar Atemübungen?
James Nestor: Breath, Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atmens, Piper Verlag, 2021, 336.
Eine Einführung von James Nestor auf Youtube
Auch gut und von James Nestor selbst empfohlen, der Buchklassiker: Die fünf Tibeter:
- Die fünf Tibeter – knappe Einführung auf Youtube
- Die Fünf Tibeter – ein Buchklassiker
… ach ja, auf dem Foto sieht man mal wieder die Hörbuchausgabe. Die kann ich wie immer sehr empfehlen. Manches festigt sich, wenn man es nochmal per Audio sacken lässt.