Heartbreak

Sonntag. Draußen regnet es. Vom Fenster aus sehe ich den Herbstblättern beim Fallen zu. Es gibt so viele gute Gründe, heute auf dem Sofa zu liegen und eine Tasse Tee in der Gesellschaft eines Buches zu trinken. Gerade habe ich Heartbreak beendet. Ein Roman von Tarkan Bagci, der manchen vielleicht aus dem Podcast „Gefühlte Fakten“ bekannt ist. Vorweg – ich finde das Cover mega und bin schon länger um dieses Buch herumgeschlichen… ist cool, oder?

Inhalt

Marie und Tom. Zwei Menschen, zwei Lebensläufe, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Tom ist ein bekannter Musiker, dessen Karriere gerade durch eine Fernsehrolle Auftrieb erfährt. Marie hingegen arbeitet in einer Steuerkanzlei als Assistentin des Chefs, ihre Arbeit wird wenig geschätzt, ihr Chef beutet sie aus, sie fühlt sich ausgebrannt und zu alldem kommt noch, dass ihr Freund Emil sich nicht mehr bei ihr meldet. Ganz offenbar „ghostet“ er sie.

Tom ist hin- und hergerissen. Er weiß, dass er noch mehr Reichweite generieren muss und die beliebte TV Serie, in der er eine Rolle ergattert hat, ihm eine einmalige Chance bietet. Aber es macht ihm keinen Spaß sich zu verbiegen. Er ist Sänger, er will Musik machen. Darum geht es ihm. Trotzdem fügt er sich den Plänen seines Managements.

Marie kämpft unterdessen mit Panikattacken und depressiven Verstimmungen. Sie ist schon lange in Therapie. Als Emil ohne Erklärung mit ihr Schluss macht, ist sie erst am Boden zerstört. Dann versucht sie Kontakt aufzunehmen, um die Situation besser einordnen und verstehen zu können, aber ohne Erfolg. Weil sie glaubt, dass Emil in der Toskana Urlaub macht, bucht sie kurzentschlossen einen Flug.

Auch Tom beschließt in die Toskana zu reisen. Seine Karriere liegt plötzlich auf Eis. Warum? Das verrate ich nicht. Bei aller Vorhersehbarkeit der Story habe ich diese Wendung wirklich nicht kommen sehen. Tom trifft keine Schuld an dem, was passiert ist, wird aber trotzdem dafür verantwortlich gemacht. Also betrinkt er sich erst einmal in dem Hotel, in dem auch Marie abgestiegen ist.

Zwei Menschen, zwei Krisen, etliche skurrile Episoden, die sie durchleben. Und natürlich wird in der Toskana auch so manches Rätsel (Emil…) gelüftet. Natürlich lernen sich Tom und Marie besser kennen…. und das alles ohne Kitsch- und Klischee-Alarm.

Ich mochte besonders den Schreibstil von Tarkan Bagci: die Story liest sich einfach so weg, ist humorvoll, besitzt aber doch Tiefgang. Beiden Figuren haftet eine unterschwellige Traurigkeit an – sie müssen sich einfach über den Weg laufen! Bagci breitet das Seelenleben der beiden Protagonisten so vor mir aus, dass ich sie mir bildlich vorstellen und auch mitfühlen kann, was sie durchleben. Sehr authentisch beobachtet und erzählt auf der einen Seite, auf der anderen Seite werden Handlungen auf die Spitze getrieben und mit feiner Ironie seziert, z. B. die Social Media Blase, die Tom erst groß macht und dann fallenlässt.

Von mir gibt’s hier eine klare Leseempfehlung!

Heartbreak ist bei DTV erschienen.

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